Ziemlich langer Rückweg

Kurt am 4. April 2015 um 16:09

Mi 1. April

Das Seaside Travellers Inn ist recht angenehm, mit Pool, PC und Sandstrand. Gepackt habe ich rasch, hatte ja auch nicht allzu viel dabei, es bleibt Zeit für einen Spaziergang. Der Strand ist leider echt unappetitlich, das Meer ebenso, vor einem Bad wird gewarnt.

Gegen Mittag per Taxi zum Flughafen, per AirAsia nach Singapore, bei bestem Wetter.

Nach langem Warten geht es schliesslich zur letzten Etappe Singapore – Zürich, wieder per A380. Ich schlafe wenig, schaue dafür „unbroken“ und bin enttäuscht: Das War Memorial in Sandakan, wo es ja ebenfalls um kriegsgefangene Engländer und Australier und die Gräueltaten der Japaner im damaligen Nordborneo geht, hat mich in seiner ganzen Schlichtheit viel nachhaltiger beeindruckt als der Film.

Ein vorläufiges Fazit? Ich bin total glücklich, dermassen viele Höhepunkte erlebt zu haben, sowohl in West Malaysia mit Andrea (Melaka, Kuala Kangsar, Penang) als auch in Sabah mit dem Mount Kinabalu, Turtle Island und dem Orang Utan. Fast vier intensive Wochen ohne die geringsten Probleme – was sind schon drei vier Mückenstiche, ein bisschen Schweiss, eine fehlende Dusche oder schmerzende Beine gegenüber einem Orang Utan in freier Wildbahn? Eben.

Frühes Aufstehen lohnt sich

Kurt am 1. April 2015 um 17:36

Di 31. März

Um zehn sollen wir den Bus zum Flughafen besteigen, da müsste doch vorher noch etwas möglich sein? Ich wecke mich also um sechs, gehe ohne Dusche und ohne Zmorge los zum Rainforest Education Center. Das ist zwar nur einige Gehminuten von unserem B&B entfernt, das reicht aber – trotz früher Morgenstunde – fuer erste Schweissperlen. Der Canopy Walkway erweist sich als wunderbarer Wanderweg durch den Dschungel, gut dokumentiert, mit Aussichtstürmen, berühmt wegen seines Vogelreichtums. Vögel höre ich, sehe aber kaum welche. Dafür höre und sehe ich einen echten Orang Utan, nicht im Zoo, nicht in der Reha, sondern in freier Natur!!! Da lohnen sich doch drei Ausrufezeichen. Er turnt hoch oben in den Bäumen herum, verpflegt sich offensichtlich und ist permanent in Bewegung. Ich versuche gar nicht erst Fotos zu schiessen, sondern geniesse die Augenblicke.

Ich komme total verschwitzt zurueck, zum Glück funktioniert hier die Dusche, und geniesse sowohl das Morgenessen als auch die neidvollen Ausrufe der anderen Teilnehmer. Bruce, den Australier, habe ich kaum fünf Minuten nach meiner Sichtung in der Nähe getroffen und ihm natürlich den Standort erklärt, aber er hat bereits keine Spur mehr gefunden, alle anderen gehen ohnehin leer aus.

Um zehn fährt also unser Bus via War Memorial zum kleinen Flughafen von Sandakan. Weil AirAsia nur 15 kg Gepäck plus 7 kg Handgepaeck zulässt, schnüre ich unpassenderweise noch einmal meine Wanderschuhe und komme so ohne Zusatzkosten nach KK.

Der Flug nach KK ist nur ein kleiner Hüpfer, dann gehts zu unserer letzten Unterkunft etwas ausserhalb der Stadt. Gemeinsames Dinner, dann eine kleine Barrunde, für mich mit dem ersten Glas Weisswein seit Reisebeginn. Muss mich doch allmählich wieder an europäische Verhältnisse gewöhnen.

 

 

Orang Utans und Honigbären

Kurt am 1. April 2015 um 16:48

Mo 30. März

Rückfahrt nach Sandakan, natürlich per Speedboat, diesmal werde ich in Kürze klatschnass, weiter nach Sepilok zum Orang Utan Rehabilitation Center. Es ist sehr heiss und sehr feucht. Das Center ist gut gemacht, mit Videodokumentation und Schaubildern, alles streng geregelt, so muss alles, wirklich alles ausser der Kamera beim Eingang deponiert werden. Viele Tiere kommen als Waisen hierher und/oder aus illegaler Haltung (d.h. man schiesst die Mutter ab und verkauft das Junge als „Haustier“) und sollen auf ein Leben im Dschungel vorbereitet werden. Das ist extrem aufwändig, weil die Jungen lange von der Mutter abhängig sind und das Lebenswichtige von ihr lernen müssten, angefangen beim Bäumeklettern. Die Illegalen sind meist verhaltensgestört, ein Drittel von ihnen  schafft das generelle Ziel einer Auswilderung nicht und muss im Center bleiben. Um zehn ist Fuetterung, da kommen nicht nur Orang Utan, sondern auch nicht zum Zielpublikum gehörende Makaken. Das Futter ist bewusst monoton, um die Tiere zu motivieren, sich selber im Revier nach Fressbarem umzuschauen. Einer der jüngeren Orang Utans mischt sich ungeplanterweise unters Publikum, nicht ganz ohne weil unberechenbar, wird aber sofort von einem Ranger ruhig gestellt. Erstaunlich: Das Projekt wurde 1966 gestartet, also nur drei Jahre nach Staatsgründung, irgendwie scheint das Thema schon dasmals unter den Nägeln gebrannt zu haben.

Ähnlich ist die Situation bei einem jüngeren Projekt. Dabei geht es um die ebenfalls bedrohten Sun Bears, auch als Honigbären bekannt, die kleinste Bärenart. Auch sie werden gejagt, als Haustiere gehalten bis den Haltern die Sache ueber den Kopf wächst – ausgewachsene Männchen werden immerhin 40 kg schwer, haben nicht nur eine unendlich lange Zunge mit der sie Termiten und so aus dem Bau holen, sondern auch scharfe Zähne und lassen sich nicht wirklich zähmen.

Ehe ich es vergesse, einige Bemerkungen zur Sprache: Offizielle erste Landes-sprache ist Bahasa Malaysia. Die wird nicht ganz so geschrieben wie gesprochen, so wird etwa das Doppel-g nur einfach ausgesprochen, die Währung Ringgit tönt also wie Ringit. Und Lehnwoerter, v.a. natürlich aus dem Englischen, werden +/- phonetisch geschrieben, ein Bas ist ein Bus, minit ist minute, servis service, kaunter = counter, restoran kennen wir schon. Und was ist ein Teksi? Ein Basikel?

Schildkrötensuppe?

Kurt am 1. April 2015 um 02:05

So 29. März

Mit dem Speedboat in einer Stunde nach Pulau Selingan, bekannt als Turtle Island. Falls ich vergessen haben sollte, wie holprig Wasser sein kann: Ich weiss es jetzt wieder. Ungerührt prescht der Steuermann über die – nicht sehr hohen – Wellen, lässt das Boot mal für mal auf das Wasser knallen und die hinteren Passagiere auf der Steuerbordseite duschen.

Pulau Selingan ist nur 8 ha gross, Teil eines maritimen Schutzgebiets und bekannt als Eiablageort fuer mehrere Schildkrötenarten, v.a. der Green Turtle. Ich miete erst mal Flossen, Maske und Schnorchel habe ich drei Wochen lang mitgetragen und schnorchle ein wenig. Der Bade- bze. Schnorchelplatz ist abgegrenzt klein, das Wasser max. 1 m tief. Es hat nicht umwerfend viele oder atemberaubend schöne Lebewesen, aber mir reicht es, ich geniesse. Lunch, Siesta, am Strand liegen und Robert Walser lesen, warten auf das Abendprogramm.

Da dösen dann nach dem Dinner alle etwas vor sich hin, als gegen zehn Bewegung in die Sache kommt. Eilig werden wir an den Sandstrand geführt, wo eine Green Turtle bereits ein tiefes Loch ausgebuddelt hat und nun ein Ei nach dem anderen in die Grube plumpsen lässt. Die Eier werden von einem Ranger umgehend herausgefischt. Nach 107 Eiern ist die Suppenschildkroete (so heissen die auf Deutsch) totsal erschöpft, der Ranger vermisst den Panzer (99 cm lang und 89 cm breit) und markiert sie, sie ist zum ersten Mal auf Pulau Selingan. Dann lassen wir sie in Ruhe, damit sie die Grube (leer, aber das weiss sie nicht) zubuddeln und ins Meer zurückkehren kann.

Mit einem Kübel voller Eier marschieren wir zur nächsten Station, der Hatchery. Auch hier ist alles vorbereitet, Eile ist geboten, weil die Eier innert zweier Stunden im Boden sein müssen. Rein in die neue Grube, zuschütten, mit Drahtgitter gegen Fressfeinde wie z.B. Leguane sichern, sauber beschriften. Unsere Grube ist nicht beschattet, die Eier sind zunächst geschlechtsneutral, höhere Bruttemperaturen führen zu mehr Weibchen, so steuern die Ranger die Geschlechtsverteilung. Wir haben der 361. Eiablage des laufenden Jahres beigewohnt.

Ganz zum Schluss kommen noch die Babies: 21 eben geschlüpfte Mini-Schildkröten werden auf einen kurzen Marsch vom Strand zum Meer geschickt. Ihre Überlebenschance soll bei 3% liegen. Akut gefährdet ist die Suppenschildkröte aus verschiedensten Gründen: Die Eier gelten als Delikatesse, ihr Fleisch ebenso, an schwimmenden Plastisäcken oder in treibenden Netzen können sie verenden und und und.

Sehr eindrücklich das Ganze, für einmal mit Ausrufezeichen!

So viel Natur

Kurt am 1. April 2015 um 01:31

Sa 28. März: Um sechs morgens machen wir eine zweite Bootstour, mit echt grossem Krokodil, Hornbills, Kingfisher, Leguanen und Makaken. Alles vom schwankenden Boot aus nicht einfach zu fotografieren, viel Ausschuss, entweder unscharf oder dann ist vom Hornbill nur noch der (scharfe) Schnabel am unteren Bildrand zu sehen.

Die Lodge ist einfach, aber zweckmässig eingerichtet, vorne der Fluss, hinten der Dschungel, wir werden vor klauenden Affen gewarnt.

Per Bus nach Sandakan. Ich finde nach laengerer Suche ein Internetcafe, wo ich zu Videogames und dröhnenden Bässen einen Teil meines Blogrückstands aufhole. Intensive Gschenkli-Suche bleibt erfolglos, es scheint keine akzeptablen Souvenirs zu geben. Ohnehin ist Sandakan kein Touristenort, im 2. Weltkrieg weitgehend zerstört, anschliessend schnell gewachsen und heute nur Stopover fuer die Turtle Islands und Sepilok.

Leeches? Leeches!

Kurt am 31. März 2015 um 11:39

Warnungen vor Leeches oder eben Blutegeln hörten wir ständig am Mt. Kinabalu, ohne je auch nur einen zu sehen. Jetzt in Poring gibt Aldrin ebenso häufig Entwarnung, das gebe es hier nicht.

Wir reisen weiter, lang und mehrheitlich langweilig, bis zur Bilit Adventure Lodge am Kinabatangan River. Kilometerlang nur Palmoelpalmplantagen, zu denen Aldrin natürlich ein kritischeres Verhältnis hat als Khabir: Abholzung ganzer Regenwälder verbunden mit Lebensraumverlust und Erosion, hoher Wasserverbrauch, Dünger, miserable Löhne (der gesetzliche Mindestlohn gilt nicht fuer die Plantagen, bezahlt werden 300 – 350 RM pro Monat, sowas machen wohl nur Illegale). Immerhin habe die Regierung neue strengere Regeln eingeführt (?).

Von der Lodge aus machen wir eine zweistündige Bootsfahrt und sichten dabei ein Süsswasser-Krokodil, einen Adler, Hornbills, Langschwanzmakaken, Proboscis monkeys (gibt es nur auf Borneo, gefährdet), und sensationellerweise zwei Zwergelefanten, Mutter und Kind. Wobei der Ausdruck Zwerg… etwas irreführt, auch die sind noch recht gross und massig.

Das war schon super, und als Zugabe gibt es noch einen Nachtmarsch, auch leech walk genannt, durch den Dschungel hinter der Lodge, mit Gummistiefeln und leech socks für alle, was mich natürlich an den Peryiar erinnert. Gerade mal zwei Blutegel befallen gemeinerweise Frauen, die werden schon von der Kleidung entfernt ohne Schaden anzurichten. Schlafende Vögel, eben ausschlüpfende Zikaden und viel Kleingetier machen die Unternehmung viel spannender als jene in Belum.

Zu den Blutegeln hören wir Tage später von Bruce (Australier, Englischprofessor und Songwriter), dass da doch etwas mehr war: Ihn hat einer tatsächlich erwischt; Entfernen war mühsam, und Entsorgen ging fast gar nicht, der muss mindestens sieben Leben gehabt haben.

 

Abstieg mit Folgen

Kurt am 31. März 2015 um 11:19

Danke fuer die Blumen sprich Kommentare, aber ich war ja bis jetzt erst oben (und das kleine Bisschen von 800 Höhenmetern wieder unten). Ganz nach unten wird es nämlich weitere 1’400 Höhenmeter lang noch ziemlich heftig. Die Tritte sind immer noch gleich unmenschlich hoch und gehen mehr in die Beinmuskeln – oder v.a. in andere – als beim Aufstieg. Jedenfalls ist unsere ganze Gruppe unten total am Rumpf. Einzig die Trägerin meines Rucksacks, die gleiche wie beim Aufstieg, nimmt das Ganze sehr locker, hört i-pad und wäre sicher am liebsten den ganzen Weg gerannt, wenn sie nicht Auftrag gehabt hätte bei mir zu bleiben.

Später Lunch, Transfer nach Poring Hot Springs, hervorragendes Nachtessen (sizzling beef, als Zugabe fliegt ein Monsterkäfer auf den Tisch, was einige Frauen nicht wirklich entzückt) in einfachem Restoran ausserhalb der Hotelanlage. Einziger Minuspunkt: Jeder Schritt ist sehr, sehr mühsam; es wird nur langsam besser.

Do 26. März: Dass ich gestern den Käfer nicht fotografiert habe, ist kein Problem, so was hängt, krabbelt oder fliegt hierüberall herum. Im WC sitzt ein perfekt als dürres Blatt getarnter Nachtfalter.

Frühstück fuer einmal amerikanisch, d.h. ohne Reis, Nudeln oder Curry. Dann suche ich als erstes die Rafflesia (hatten wir schon im Belum). Bei einem Bauern soll eine gerade blühend zu sehen sein. Der Bauer ist dann eher so etwas wie ein Kleinunternehmer, der in seinem privaten botanischen Garten Rafflesien zu züchten sucht und stolze 30 RM Eintritt verlangt, die Rafflesia blüht tatsächlich wunderschön und hat einen Durchmesser von guten 70 cm. Zur Erinnerung wegen stolzem Eintritt: Der gesetzliche Mindestlohn in Sabah liegt bei 800 RM/Monat. Vielleicht passt der Bauer ja den Eintrittspreis der aktuellen Blütengrösse an, jedenfalls nannte mein Reiseführer 10 – 15 RM Eintritt.

Aldrin zeigt uns, was man in Poring alles sehen könnte. Die Hot Springs wurden während der Besetzung Borneos im 2. Weltkrieg von den Japanern entdeckt und sind im wesentlichen heisse schweflige Quellen, die heute zum Schutzgebiet des Mt. Kinabalu gehören und um die herum nebst Bademöglichkeiten Attraktionen wie ein Butterfly Garden, ein Canopy Walkway und diverse Trails angelegt wurden. Auf dem – in gemütlichstem Tempo absolvierten – Spaziergang produziert eine kleine gelbe Spinne mittlere Aufregung, als sie Kelly in die grosse Zehe beisst. Ziemlich schmerzhaft, aber nicht gefährlich, veranlasst Aldrin einige Unfallepisoden aus seiner Guide-Erfahrung zum Besten zu geben.

Obwohl der Islam Staatsreligion ist, ist Malaysia wohl mit Ruecksicht auf die starken Minderheiten tolerant bez. Alkohol und Schweinefleisch.Das nutzen einige von uns um sich mit Guinness und Wodka einzudecken. Offenbar ist gerade Sabah sehr offen im Umgang mit anderen Religionen. Jedenfalls sei es hier normal, dass sich ein Moslem mit einem befreundeten Nichtmoslem zum Kaffee im nicht-halal-Cafe treffe, er nehme einfach seinen korrekten Kaffee mit. Das ginge in Westmalaysia nicht.

Am Morgen haben wir noch eine Dobi mit Schmutzwäsche beschickt; nachmittags bekomme ich alles ohne Verluste sauber zurück, und geniesse auf dem Rückweg ein Durian-Mais-Eis. Super, fuer 1 RM pro Kugel.

 

Hurra!

Kurt am 28. März 2015 um 11:31

Mi 25. März: Wir wollen zum Sonnenaufgang auf dem Summit sein, das bedeutet Morgenessen um zwei (a.m.), Abmarsch um drei. Viel Volk um diese Zeit, alle haben das gleiche Ziel. „Alle“ heisst in unserem Fall um die 200 Gipfelstuermer pro Tag. Letzte Ermahnungen des Bergführers: Alle kritischen Stellen seien mit Seilen gesichert, weitere Seile dienen der Orientierung (es ist schliesslich stockdunkel), man soll sich strikt an diese halten. Die gute Nachricht: Beim Aufstieg sehe man nicht, wie weit und wie steil es neben den Seilen runtergehe. Die schlechte Nachricht: Zurück gehe es auf dem gleichen Weg, bei Tageslicht. Auch Etappe 2 ist steil, beide Etappen zusammen ergeben eine Wegstrecke von nur 8.6 km bei einer Höhendifferenz von 2.2 km (rechne). Der Fels ist aber überall griffig, meist reichen mir die Seile als Orientierung.

Unsere Gruppe besteht insgesamt aus 7 Frauen und 5 Maennern. Von den 12 starten 10 zum Gipfel, einer muss kurz vor dem Ziel aufgeben, von den verbleibenden seien acht unter 30 Jahre alt. Zum Sonnenaufgang sind wir noch knapp unterhalb des Gipfels: macht nichts, wir haben einen wunderschönen Platz und ganz oben ist es ohnehin viel zu eng. Ich schaffe es also tatsächlich auf 4’095.2 m, nicht als Nachzügler, und nicht heftiger atmend als die anderen. Ein gutes Geühl! Natürlich werden ganz viele Gipfelfotos geschossen, unendlich viele Selfies gehören dazu.

Dann der Rückweg, zunächst zum Hostel mit zweitem Zmorge. Der Rest unserer Gruppe und viele andere Gipfelstürmer ist bzw. sind bergunerfahren, was sich daran zeigt, dass manche an Stellen auf dem Hintern runterrutschen, wo ich normal laufen kann. Danke, Säntis, Hoher Kasten, Männlichen etc.!

Die Zeit drängt, das Dinner ruft (Sa 28.3.), ich mache ein andermal weiter.

Einstimmen und erste Schritte auf den Berg

Kurt am 28. März 2015 um 11:10

Mo 23. März: Bevor wir weiterfahren, machen wir einen „Ausflug“ zum Little Mount Kinabalu. Zu Fuss, weil die Mininachbildung am unteren Dorfrand liegt. Das Morgenessen war übrigens je nach Host sehr unterschiedlich, das unsere sehr bescheiden: Kaffee, Reisnudeln, Fried Rice, Brötchen mit/ohne Sesam.

Zunächst ueber Schotterpisten, dann auf Beton/Asphalt, mit Shopping-Zwischenhalt (wieviele Snacks brauchen die Leute eigentlich pro Stunde Autofahrt?) zum HQ des Mt. Kinabalu Park. Etwas herumlungern, Lunch ausserhalb des Parks, auf Empfehlung des Guide, billiger und mindestens so gut. Unser Quartier hat Viererzimmer, dazu einen gemütlichen Aufenthaltsraum.

Di 24. März: Heutiges Ziel ist das Hostel Laban Rata auf 3’278 m/M. Wir starten auf etwa 1’900 und überwinden die Differenz mit ganz vielen extrem hohen Stufen. Vieles geht ueber hölzerne Treppen mit fuer kürzer Geewachsene fast unerreichbar hohen Tritten. Wie empfohlen habe ich für die angedrohten tiefen Temperaturen viele warme Kleider in meinen Rucksack gepackt, den nun mein Porter hochtraegt. Der Porter ist eine junge Frau mit etwa der Statur von Martina Scheiwiller und macht das total leichtfüssig (übrigens sind ganz viele Malaien klein und zierlich). Transporte zu den Hostels und Checkpoints im Park passieren alle mit Portern, Abfallrücktransport ebenfalls und mit Vorliebe im Laufschritt. Wir kämpfen uns also zum Hostel hoch, begleitet von Aldrin und zwei lokalen Bergführern – die Dreierbesetzung erweist sich als nicht überrissen, weil Einzelne zwischenhinein individuelle Betreuung brauchen (zur Beruhigung: ich gehöre nicht zu den Einzelnen).

Das Laban Rata leidet unter Wassermangel, die Trockenzeit wäre offiziell zwar vorbei, der richtige grosse tägliche Regen lässt aber auf sich warten. Wasser reicht noch fuer die Küche und das Zähneputzen; WC-Spülung ist nicht, Duschen ist nicht, nicht einmal kalt. Entsprechend schlecht schlafe ich: Verschwitzt, im viel zu warmen Trainer, und mit der Aussicht schon bald wieder aufzustehen.

B&B im Dschungel

Kurt am 28. März 2015 um 09:27

Wir fahren von KK zu unserem Homestay; dabei höre ich nicht zum ersten Mal eine Kurzgeschichte Malaysias, jetzt halt mit Schwerpunkt Nordborneo bzw. Sabah. Neu ist fuer mich Aldrins Sicht der Orang Asli: Für ihn gibt es Ureinwohner wie die Aboriginals Australiens nur auf der Halbinsel, also West Malaysia, nicht aber auf Borneo. Nur jene hätten Kraushaar und Mandelaugen, die vielen (wenn ich mich recht erinnere: 38 Völker oder Volksgruppen mit 80 Sprachen) Völker Borneos seien später von umgebenden Regionen eingewandert.

Unser Homestay ist ein abgelegenes Dorf, das eben einfache Übernachtungs-moeglichkeiten mit Kontakt anbietet. Dominic (mit dem ich immer dann das Zimmer teile, wenn es Zweierzimmer gibt) und ich kommen zu Martina. Zehn Minuten später bereits Abmarsch zum Trekking, richtige Schuhe obligatorisch. Das wird schon etwas anspruchsvoller als die bisherigen Spaziergänge, schmale Wege rauf und runter, links sehe ich ins Tobel runter und recht den Hügel hinauf (oder umgekehrt). Zum Glück für uns hat es seit Monaten nie richtig geregnet, sonst würde es noch anspruchsvoller. Die Bauern hätten allerdings liebend gerne einmal richtigen Regen, alles ist staubtrocken. Wir sehen Kautschuk, Durian (mmh!), Tapioka, und probieren zuckersüsse Ananas direkt vom kleinen Feld.

Lunch bei Martina, die leider kaum ein Wort Englisch versteht, ihr Mann ebenso wenig. Nicht einmal Zeichensprache hilft, so wissen wir bis zum Schluss nicht wirklich etwas über die Familie. Wir spazieren zum Fluss, fröhliches Baden zusammen mit den Dorfkindern.

Unsere Unterkunft ist sehr einfach, als Bad steht ein Fass voll Wasser bereit, aus dem man sich per Schöpfkelle abduschen kann. Das Dinner geniessen wir zusam-men in einer Gemeinschaftshalle, wobei jede Gastfamilie das ihre zum Menu beiträgt. Dann führen vier junge Frauen in wunderschönen Kleidern einen traditionellen, leider wohl aussterbenden Tanz vor, mit Gongbegleitung. In einer zweiten Runde dürfen auch die Gäste mittun; ich werde bei den Gongs ausgewechselt, da zu wenig taktfest. Und tanzen darf ich nicht, weil ich versuche ein Video von dem Ganzen zu drehen.