Mehr oder aktueller?

Immer noch Sa 12. Mai

Weil ich allmählich in Rückstand geraten bin, habe ich beschlossen, weniger auf Vollständigkeit (ist eh nicht erreichbar) als auf Aktualität zu setzen. Darum zum längst vergangenen Samstag nur noch der Hinweis, dass ich den Abend französisch verbracht habe, mit Kim (junge Kanadierin, will im Filmbusiness Fuss fassen) und Ben (Pariser, lebt in Kanada, Analyst bei einem grossen Online-Stellenvermittler).

So 13. Mai

Frühe Tagwache, um 06:30 ist bzw. wäre Abmarsch zum Pier, es geht per Boot nach Santa Cruz. Andrea hat beim Briefing klar gemacht, dass Pünktlichkeit gefordert ist, das sehen aber nicht alle so eng. Mit unserer Verspätung kommen wir in der Boardingschlange etwas hinten hinein. Gepäck wird oberflächlich kontrolliert, ohne Röntgen, niemand soll etwas von einer Insel zur anderen einschleppen, das ist hier ganz wichtig. Verlad auf ein Taxiboot, von dort dann auf das „richtige “ Boot. Das bietet etwa für 20 bis 30 Passagiere Platz und prescht 2 Stunden lang Vollgas übers Meer. Das könne bei Wellengang „brutal“ sein, bis zu blauen Flecken, warnt der Reiseführer, Andrea stösst ins gleiche Horn und empfiehlt eindringlich Tabletten gegen Seekrankheit. Alles halb so wild, natürlich hoppert es ziemlich heftig, aber die Kotztüten bleiben ungenutzt. Vielleicht half da mit, dass wir ohne Morgenessen los mussten?

Jedenfalls geniessen wir mit etwas Verspätung das beste Frühstück unserer ganzen Reiae, im Grand Hotel los lobos. Das „Grand“ ist ein bisschen übetrieben, *** sind es aber. Weiter zu einer weiteren Charles Darwin Institution, wo Riesen-landschildkröten ausgebrütet und aufgepäppelt werden, bis zu ihrer Auswlderung. Jede Insel hat mindestens eine eigene Unterart, teils fast ausgerottet, u.a. weil die Tiere Schiffsbesatzungen zu Hunderttausenden als lange haltbarer Reiseproviant dienten. Vor allem aber wird hier Lonesome George ausgestellt, ausgestopft, in einem klimatisierten Raum, zu dem die Besucher abgezählt und erst nach Passieren einer Klimaschleuse zugelassen werden. Lonesome George war der letzte Vertreter seiner bereits ausgestorben geglaubten Art. Mit einem ältlichen Bus tuckern wir dann in die Highlands, um Riesenschildkröten auch in freier Wildbahn zu sehen.

2 Kommentare zu “Mehr oder aktueller?”

  1. Ruth

    Auch wenn ich die einzige Kommentatorin bin, so macht es mit doch Freude, auf deine Interessanten Blog-Einträge zu reagieren und hoffe, dass es auch andere noch tun werden. Gestern hatte ich im Märlihotel eine interessante Begegnung; der Hoteldirektor der Kartause macht mit seinen drei Töchtern (3/5/7 jährig und seiner Frau hier Ferien. Er vermisste natürlich „meine Begleitung“. Als ich ihm sagte, dass du auf Galapagos seist, meinte er, das sei das absolut Grossartigste, was er schon erlebt habe – und bedauerte mich ein wenig, dass ich nun in der Kälte Braunwalds sein müsse. Aber das von unvergleichlicher Natur kann ich auch beim Lesen deiner Blogeinträge nachvollziehen!

  2. Antoinette

    Lieber Kurt

    Du schreibst – wie immer – witzig, spannend und mega gut! Danke!

    A propos Meeresschildkröten: Vor einem halben Jahrhundert war ich an der Nordwestküste Mexikos unterwegs und irgendwann stank es bestialisch. Wir stiegen aus dem Auto und fanden am Strand hunderte Riesenschildkrötenpanzer. Die Ueberreste darin waren am Verwesen. Die Schildkröten waren damals noch nicht geschützt und auf die Schildkrötensuppe war eine Spezialität.

    Herzliche Grüsse Antoinette (schon etwas neidisch auf dich!)

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