alles grün, oder was?

Sa 26. Mai

Nein, es geht nicht darum, ob bei mir alles im grünen Bereich ist (das ist es), sondern um Ecuadors grüne Seite. Ich sehe überall Verweise auf Nachhaltigkeit und so, Schokolade ist organic, Kaffee auch, Restaurants ebenso, viele klein-gewerblich angebaute Tropenfrüchte kommen ohne Gift aus, grüne/schwarze/blaue Abfalleimer laden zum getrennten Entsorgen ein, im Freien liegt extrem wenig Abfall herum. Anderseits stinken viele Fahrzeuge zum Himmel, wohin der Kehrichtwagen (der übrigens seine Route mit einer nervig lauten permanenten Melodie ankündet) seine Ladung entsorgt, weiss ich nicht, an der Küste wachsen Plantagen mit Bananen und Ölpalmen, was Shrimpszuchten bedeuten wissen wir inzwischen, in der Amazonia wird Öl gefördert. Diesel kostet knapp über 1$, pro Gallone wohlgemerkt, weshalb z.B. niemand den Motor abstellt. Es gibt auch in Ecuador noch viel zu tun.

So ganz grün sind auch wir heute nicht unterwegs. Wenigstens ist unser Siebenplätzer gut gefüllt, zuerst von Quito bis zur mitad del mundo, also zum Äquator. Wichtig dabei: wir fahren zum geografisch richtigen Äquator. Es gibt nämlich auch noch einen nicht ganz richtigen. Bei der ersten Festlegung unterlief den Ermittlern ein Messfehler von 200m, also wurde die erste Erdmitte am falschen Ort baulich dokumentiert, mit allem Drumherum bis hin zur Möglichkeit seinen Pass abstempeln zu lassen.

Weiter dann nach Otavalo, wo jeden Samstagmorgen der weltgrösste Hand-werkermarkt auf- und am Abend wieder abgebaut wird. Wir stossen zuallererst auf eine traditionelle Hochzeit, lunchen dann in einer Erststockbeiz, von oben erinnert der zentrale Platz etwas an den Fnaa in Marrakesch. Jede Menge vor allem textiler Handarbeit aus der Region, daneben aber auch jede Menge gefälschter Adidas, Tommy Hilfiger etc. Und auch bei der Handarbeit muss man offenbar genau hinschauen, will man nicht mit einem Poncho made in China oder Bangladesh heimkehren.

Ein Kommentar zu “alles grün, oder was?”

  1. Ruth

    Du schreibst über Themen, die man in anderen Reiseberichten über Ecuador vergeblich suchen würde. Interessant. „Grünes Ecuador“, bisher habe ich damit nur an Regenwälder gedacht.
    Danke auch, dass du deine „Blog-Fans“ täglich an deiner Reise teilnehmen lässt.

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