Killkashkakuna kachana chaskina

Di 29. Mai

Heute morgen steht die Zugfahrt von Alausí nach Sibambe auf dem Programm. Von 2300 auf 1800m auf wenigen Kilometern, ohne Zahnrad, Schmalspur, Teilstrecke der transecuadorianischen Eisenbahn, nach langer Agonie 2011 als Touristenbahn wieder eröffnet. In manchem vergleichbar mit den Appenzeller Bahnen. Nur viel spektakulärer, mit einer unwahrscheinlichen landschaftlichen Szenerie hoch über der Schlucht und am Schluss an der „Nariz del diablo“ mit wiederholtem Vor- und Zurückstossen im Zickzack nach Sibambe. Es soll die schwierigste Eisenbahnstrecke der Welt gewesen sein, die hier gebaut wurde, mit einfachsten Mitteln, etwas Dynamit, vielen Pickeln. Und von den 4000 hier eingesetzten Arbeitern starb mehr als die Hälfte. Heute ist die Fahrt aber ein Genuss.

Nach der Rückkehr nach Alausí habe ich noch etwas Zeit, mir die Stadt in Ruhe nochmals anzuschauen. In relativer Ruhe, weil ich das mit Werner zusammen mache, der wie immer mit fast allem seine Mühe hat. Immerhin komme ich dazu, mein Spanisch etwas zu nutzen, auf dem Markt mit einem Gemüsler und bei den zapateros, also Schuhmachern. Die Leute freuen sich riesig, wenn ein vermeintlicher Gringo, US-Amerikaner, sich mit ihnen in einer vertrauten Sprache unterhält, auch wenn das Spanisch halt holpert. Wo die Schweiz liegt, weiss keiner, macht nichts, ich konnte bis vor kurzem Ecuador auch nicht so genau einordnen.

Für die Fahrt nach Cuenca haben wir in Abweichung vom gedruckten Programm einen privaten Kleinbus gechartert. Das kostet zwar etwas mehr, ist aber bequemer und gibt uns die Möglickeit eines Zwischenhalts in Ingapirca, der besterhaltenen Heiligtumsruine aus Vorinka- und Inkazeit. Das hätten wir sonst morgen von Cuenca aus gemacht (natürlich ohne Werner, der in seinem Leben schon genug Ruinen gesehen hat). Auch das imposant, und vom Kassenbereich der Ausgrabungsstätte stammt auch der heutige Blogtitel. Das ist Quichua. Was er bedeutet? Ganz einfach: Post.

Mehr zu Cuenca hoffentlich morgen.

 

Ein Kommentar zu “Killkashkakuna kachana chaskina”

  1. Ruth

    29 Buchstaben für das Wort Post! Wer Quichua spricht, muss sprachbegabt sein (oder wir sind einfach gestrickt). Die Bahnstrecke hätte mir gefallen, besonders jetzt, da die Appenzellerbahn den spektakulärsten Teil in den Tunnel versenkt hat.
    Holprig ist dein Spanisch sicher nicht, aber wenn schon, willst du es perfekt … ist ja bekannt.

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