Rechnen muss man können

Do 31. Mai

Ein letztes Mal früh aufstehen, unser Flug zurück nach Quito geht schon um 08:15. Der Flughafen von Cuenca liegt näher an der Stadtmitte als mancher Bahnhof im St. Galler Rheintal, mitten im Siedlungsgebiet. Und er ist winzig, er hat genau ein Gate. Der halbstündige Flug hat es in sich, bei perfekten Bedingungen sehen wir sowohl den Cotopaxi als auch den höchsten Berg der Welt, den Chimborazo, ohne Wolken.

Kotopaxi

Chimborazo

Höchster Berg? War das nicht der Everest? Nein, wenn man den Ecuadorianern glauben will. Die rechnen die Höhe nicht ab Meeresspiegel, sondern ab der Nähe zur Sonne. Und weil die Erde nicht perfekt rund, sondern ein bisschen oval ist, hat der Chimborazo seine Nase sprich seinen Gipfel weiter oben als alle anderen.

Die Sonne strahlt auch in Quito, als chronischer Optimist verzichte ich ausnahmsweise darauf, den Regenschutz mitzunehmen, als wir zu einer weiteren Stadterkundung aufbrechen, diesmal geführt von Obi. Obi ist bereits mein dritter Quito-Führer, aber langweilig wars nie, jeder hatte seine eigenen Schwerpunkte. Mein Optimismus hat sich heute nicht bewährt, es beginnt dermassen zu giessen, dass wir uns nur von Unterstand zu Unterstand retten. Der letzte Trockenstandort ist das Aushängeschild einer kleinen Schokoladefabrik, geführt von einem Ecuadorianer und einer Schweizerin. Passt doch?

Senior Werner hat sich am Flughafen in Quito verabschiedet bzw. klammheimlich davongemacht. Sein Heimflug geht (oder ging) am Freitag um 04:00; da zog er es vor, 19 Stunden auf dem Flughafen herumzuhängen statt nochmals in die Stadt mitzukommen. Museen, Kirchen und Ruinen hat er eh genug gesehen. Für uns Verbliebene gabs dann einen guten Abend mit Abschied von Nathalie.

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